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Rapunzel


Die Geschichte von Rapunzel


Das Märchen geht indirekt wohl auf Petrosinella in Basiles Pentamerone II,1 zurück. Charlotte-Rose de Caumont de la Forces Persinette von 1697 verlegt es offenbar ins höfische Adelsmilieu. Marie-Cathérine d'Aulnoy schrieb La Chatte Blanche in Neue Märchen oder Die zeitgemäßen Feen (1698). Solche Sammlungen französischer Feenmärchen wurden im Laufe des 18. Jahrhunderts auch in Deutschland bekannt. Friedrich Immanuel Bierlings erste deutsche Übersetzung der Persinette (Das Cabinet der Feen. Oder gesammlete Feen-Märchen in neun Theilen, Aus dem Französischen übersetzt, Nürnberg, 1761-1766) wirkte kaum nach. Freier und lebendiger übersetzte Joachim Christoph Friedrich Schulz im fünften Band seiner Kleinen Romane (Leipzig 1790), ohne die Quelle anzugeben. Aus Petersilie wird nun Rapunzel, La Forces Beschreibungen werden breiter ausgestaltet. Jacob Grimm übernahm nun Schulz' Rapunzel-Text in die 1. Auflage der Kinder- und Hausmärchen von 1812. Schulz' Beschreibungen, insbesondere der Schluss wurden gekürzt, so wird Rapunzels zweiter Verbannungsort am Meer kurz zur „Wüstenei“. „Frau Gothel“ ist hessisch für Patin. Neu ist auch die rhythmische Formel „Rapunzel, Rapunzel / laß (mir) dein Haar herunter“ anstelle La Forces „Persinette, descendez vos cheveux que je monte.“ In der 2. Auflage tilgte Wilhelm Grimm – möglicherweise auf Beschwerden von Lesern hin – Rapunzels Schwangerschaft. Statt zu eng gewordenen Kleider verrät es sich jetzt eher unmotiviert gegenüber Frau Gothel. Weitere Überarbeitungen erfolgen in der 3. und 5. Auflage. Neben wörtlichen Reden wurden sprachliche Superlative ergänzt, das Motiv der Mauer wieder aufgenommen. Erst in der 7. Auflage wird der Königssohn durch Dornen blind gestochen. War Jacob Grimm noch von einer Herkunft ohne Zweifel aus mündlicher Sage ausgegangen, entwickelte sein Bruder nun zunehmend seinen romantischen Märchenton. Inwieweit Basile und La Force irgendwie volkstümliche Quellen hatten, ist jedoch unklar. [1] „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ – dies ist wohl einer der bekanntesten Sätze aus der Märchensammlung der Brüder Grimm. Tatsächlich ist das Märchen französischen Ursprungs. 1698 schrieb die Hofdame Mademoiselle de la Force die Erzählung Persinette (erschienen in ihrem Buch Cabinet des Fees). Der Rumpf dieser Geschichte stammt ebenso aus dem Volksgut, wie eine weitere Quelle – Petrosinella aus dem Pentamerone von Giambattista Basile (gestorben 1632). 1790 übernimmt Friedrich Schulz dieses Märchen in einen seiner Kleinen Romane. Von ihm übernahmen es die Brüder Grimm unter starker Kürzung 1812 in ihre Kinder- und Hausmärchen als Nr. 12. Dort erfuhr die als anstößig empfundene Version in späteren Ausgaben mehrere Änderungen: Anstatt durch ihre Schwangerschaft („meine Kleiderchen passen mir nicht mehr“) verrät sich Rapunzel jetzt unverfänglich „Sie wird mir viel schwerer heraufzuziehen als den jungen Königssohn“. Auch die Heiratserklärung wurde später, wohl als Legitimation, eingefügt.[2] Die Anmerkungen der Brüder Grimm zählen noch weitere Quellen auf. Sie stellen fest, dass in Märchen häufig der Vater oder die Mutter um ein augenblickliches Gelüßten zu befriedigen, ihr zukünftiges Kind verspricht. Während das ungeborene Wesen natürlich einerseits noch abstrakt und relativ leicht anderen als Lohn angeboten kann, da noch keine tiefe persönliche Bindung besteht, befriedigen diese scheinbar egoistischen Gelüste der Mutter gleichsam auch das Wohl des Kindes: Rapunzeln / Rucola (Grimmsche Version) und auch Petersilie (französische Version) sind überdurchschnittlich reich an Eisen und anderen Spurenelementen, die während der Schwangerschaft sehr wichtig sind. Weitere Beispiele für derartige Gelüste aus Grimms Märchen sind Die Nixe im Teich, Das singende springende Löweneckerchen, Der König vom goldenen Berg, Hans mein Igel, Der Bärenhäuter. Die Handlung ähnelt in Giambattista Basiles Pentameron II,1 Petrosinella, ferner II,7 Die Taube, II,8 Die kleine Sklavin. Das Motiv der Jungfrau im Turm entspricht dem griechischen Mythos von Danaë[3] und der christlichen Legende der Heiligen Barbara.
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